Die Brücke - E-Brief der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lindenberg i.A.

 


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Christusrose - Lutherrose – Passionsrose

Liebe Leserin, lieber Leser,

sicher ist Ihnen schon einmal die Lutherrose aufgefallen, die in der Johanneskirche in Lindenberg am rechten Kirchenschiff (über dem Eingang zur Sakristei) angebracht ist. Sie befindet sich in einem Fensterrund, in dem man auch ein Glasfenster vermuten könnte. Was hat es eigentlich mit der Lutherrose auf sich? Sie ist sehr eng mit dem Glauben an das Leiden, Sterben und Auferstehen von Jesus Christus verbunden. Deshalb sei diese Rose in unserer Osterbrücke ein wenig erklärt. 
Die Rose ist die beliebteste Blume nicht nur der Deutschen. Die besondere Vorliebe für die Rose, v.a. in gemäßigten Breiten, erklärt vielleicht, dass manch frommer Mensch, der in der Bibel die Weissagung vom „Reis aus der Wurzel Isais“ (Jesaja 11) las, sich diesen nicht näher beschriebenen Spross als Rosenknospe vorstellte. Vor allem seit dem Mittelalter fand die Rose breiten Einzug in die Kirche und ihr Leben. In den großen Domen des Mittelalters wurden bunte Fensterrosen eingebaut, die sogenannten Rosetten (=kleine Rosen). In diesen Christusrosetten wurde oftmals Maria mit dem Christuskind dargestellt und damit das Wunder der Menschwerdung Gottes dargestellt, das der Prophet Jesaja angekündigt hatte.
Auch in der Malerei war die Christrose ein beliebtes Motiv. Es entwickelte sich der Bildtypus: „Maria im Rosenhag“. Die schwangere Maria, oftmals vom Engel Gabriel umgeben, der ihr die Geburt Christi angekündigt, wird inmitten eines Rosengartens dargestellt. Das bekannteste Bild dieser Art ist das Gemälde „Madonna im Rosenhag“, das der vom Bodensee stammende Stefan Lochner um 1448 geschaffen hat.
Diesem mittelalterlichen Denken von der Christusrose verwandt ist das geläufige Advents- und Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“. Maria – so singt das Lied – bringt mit Christus die Rose, das Reis zur Welt, von dem Jesaja gesprochen hat.
Martin Luther hat die Christusrose auf besondere Weise aufgenommen. Er hat sie zu seinem persönlichen Wappen gemacht und ihr einen neuen Bedeutungsschwerpunkt gegeben. In der Mitte der Rose steht für ihn – wie für das Neue Testament - das Leiden und Sterben des Gottessohns für die Menschen. Daher ist in seiner Rose ein Kreuz. Die Christusrose wird zur Passionsrose.


Noch weiter geht Martin Luther mit seinem Wappenspruch. Er bezieht das Leben jedes Christen in die Passion des Gottessohnes ein: „Des Christen Herz auf Rosen geht, wenn’s mitten unterm Kreuze steht!“. Die Passionsrose wird zur Glaubensrose. Denn der Glaube an die Passion Christi und seine Auferstehung, führt zur himmlischen Seligkeit. Das ist in Luthers Blüte durch einen goldenen Ring ausgedrückt, der die Kreuzrose umschließt. Etwas ausführlicher erklärt Luther seine Rose einmal im Juli 1530 in einem Brief:    
Das erste sollte ein Kreuz sein - schwarz - im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht … Solch Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt … darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig … Und um solch ein Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste köstlichste Erz ist …
„Mitten unterm Kreuz“ stehen wir als aufmerksame Zeitgenossen und gläubige Christen eigentlich immer. In dieser Passions- und Osterzeit stehen wir bewusst an diesem Ort. Es ist ein guter, segensreicher Ort. Möge hier unser Herz auf Rosen gehen, durch den Glauben weich eingebettet in Freude, Trost und Friede.  
Ihr Dominik Bohne

 

13.2.07 17:03
 



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