Die Brücke - E-Brief der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lindenberg i.A.

 


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Ein wenig bekanntes Pfingstlied

Heiliger Geist du Tröster mein 

Im Gesangbuch findet sich unter der Nummer 128 ein wenig bekanntes Pfingstlied mit dem Titel: „Heiliger Geist du Tröster mein“. Es wurde um 1200 von dem englischen Theologen und Erzbischof Stephan Langton in lateinischer Sprache gedichtet. Langtons Arbeit als Theologe ist für alle Bibelleser seit ihm unentbehrlich geworden. Er hat 1206 in Paris die griechische und lateinische Bibel in Kapitel unterteilt. Allerdings geriet er 1207/08 nach seiner Ernennung zum Erzbischof zwischen die politischen Fronten. Der englische König wollte ihn nicht als Bischof anerkennen. Erst nachdem sich der König dem Papst unterwarf, konnte Langton nach England einreisen und sein Amt übernehmen. 1584 wurde Langtons lateinischer Pfingsthymnus durch den Kantor und Prediger Martin Moller in deutsche Sprache und Reimform übertragen. Zu diesem Zeitpunkt war Moller in einer schlesischen Gemeinde tätig, seit 1600 war er Pastor in Görlitz. Moller war kein studierter Theologe, trotzdem aber in die Lehrauseinandersetzungen seiner Zeit verwickelt. Er musste sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht klar genug auf dem Boden des ev.-luth. Bekenntnisses zu stehen. Das kam nicht von ungefähr. Denn Moller hatte sich in seinen zahlreichen Werken der spirituellen Schätze aller Jahrhunderte bedient, sich seine Frömmigkeit sozusagen selbst zusammengestellt. Von den 10 Versen des lateinischen Hymnus finden sich im Gesangbuch von Moller sieben deutsche Strophen. Besonders interessant ist die 4. Strophe. Langton hatte hier alles dem Wirken des Heiligen Geistes und nichts dem Menschen und seiner Kraft zugeschrieben: „Ohne dein Walten ist nichts im Menschen, ist nichts unschuldig.“ Moller hat wortreicher und weicher übertragen: „Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst ist all unser Tun und Kunst vor Gott ganz und gar umsonst.“. Man kann erahnen, warum Diskussionen um das Werk Mollers entbrannt sind. Die strengen Worte des Erzbischofs, der nichts Gutes am Menschen ohne Gott und seinen Heiligen Geist lässt, sind merklich geglättet.

Heilger Geist, du Tröster mein

1. Heilger Geist, du Tröster mein, hoch vom Himmel uns erschein mit dem Licht der Gnaden dein.

 

2. Komm, Vater der armen Herd, komm mit deinen Gaben wert, uns erleucht auf dieser Erd.

 

3. O du sel'ge Gnadensonn, füll das Herz mit Freud und Wonn aller, die dich rufen an.

 

4. Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst ist all unser Tun und Kunst vor Gott ganz und gar umsonst.

 

5. Lenk uns nach dem Willen dein, wärm die kalten Herzen fein, bring zurecht, die irrig sein.

 

6. Gib dem Glauben Kraft und Halt, Heilger Geist, und komme bald mit den Gaben siebenfalt.

 

7. Führ uns durch die Lebenszeit, gib im Sterben dein Geleit, hol uns heim zur ewgen Freud.

 

Text: Martin Moller 1584 nach der Sequenz »Veni sancte spiritus et emitte« des Stephan Langton um 1200; Melodie: 15. Jh., Bremen 1633

 


 
 

7.5.07 14:53





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