Die Brücke - E-Brief der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lindenberg i.A.

 


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Ostern in der Ostkirche

In diesem Jahr 2007 tritt einer der seltenen Fälle ein, dass die Christen in Ost und West gleichzeitig das Osterfest begehen, am 8./9. April. Die oftmals unterschiedlichen Festzeiten hängen damit zusammen, dass die Ostkirche an dem alten julianischen Kalender festhält, während die Westkirche den durch Papst Gregor reformierten „gregorianischen“ Kalender zugrunde legt.
An Ostern wird in der Ostkirche in besonderer Weise der Sieg von Jesus Christus über Tod, Hölle und Teufel betont. Die Auferstehungsbilder der Ostkirche stellen sehr anschaulich dar, wie Christus das Totenreich aufbricht, die gefangenen Seelen ins Freie führt und den Teufel gefangen nimmt. Der Aufbau dieser Bilder ist oftmals bis ins Detail hinein gleich, auch wenn sie aus verschiedenen Regionen und Jahrhunderten stammen.
In Petersburg kann eine Ikone aus dem 15. Jh. besichtigt werden. Auf ihr ist der auferstandene Christus dargestellt, wie er mit wehenden Gewändern gerade sein Grab aufgebrochen hat und ihm entstiegen ist. Der ganze Boden, auf dem er steht, ist ein Friedhof und Gräberfeld. Das wird gut an den hinteren Felsen sichtbar, auf denen die Toten aufgereiht liegen
Wer sind die Personen auf dem Bild, v.a. die knieenden Personen links und rechts von Jesus? Man erinnert sich natürlich in erster Linie an Petrus und Maria aus dem Osterevangelium. Aber auch an Adam und Eva, mit denen die Menschheit seit den Tagen des Paradieses darauf wartet, dass der Tod einmal besiegt sein wird. Hinter Adam kann man die Könige David und Salomo vermuten, dahinter die Propheten Moses und Elia sowie Johannes den Täufer, der auf Christus hinweist. Auf der rechten Seite hinter Maria bzw. Eva stehen vermutlich die Apostel.
Unter Christus sorgen zwei Engel für Ordnung in der Unterwelt. Der linke Engel hält den Teufel in Schranken. Es ist nicht ganz deutlich, ob der rechte Engel Verstorbene aus dem Totenreich nach oben führen oder dort sozusagen als Gerichtsengel festhalten möchte.
Damit verdichtet sich der Eindruck, dass dieses Osterbild zugleich auch ein Bild vom Jüngsten Tag ist und sein will. Man hat an Ostern also auch den letzten Tag vor Augen, wo Christus die Toten aller Zeiten auferwecken und über ihre Zukunft entscheiden wird.
In diesem Jahr am 14. September wird der 1600 Todestag von Johannes Chrysostomus gefeiert. Er ist einer der bekanntesten Theologen und Kirchenmänner der Ostkirche. In einer Osterpredigt, die inzwischen Teil der ostkirchlichen Osterliturgie ist, spricht er in Anlehnung an den Apostel Paulus vom Sieg des Gottessohnes über Hölle und Tod: „Die Hölle nahm einen Leib und begegnete Gott. Sie nahm Erde und traf auf den Himmel. Sie nahm das Sichtbare und fiel durch das Unsichtbare…Christ ist erstanden und das Leben ist Sieger. Christ ist erstanden und leer sind die Gräber. Denn Christus ist geworden der Erstling unter denen, die schlafen, da er ist auferstanden von den Toten.“

2.4.07 15:33





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