Die Brücke - E-Brief der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lindenberg i.A.

 


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Abschied von Pfarrer Bohne

Liebe Leserin, lieber Leser,
nach 5 ½ Jahren geht meine Zeit in Heimenkirch zu Ende. Ab 1. September werde ich in Oberfranken, im Dekanat Coburg, leben und arbeiten.
Zum Abschied möchte ich ein wenig zurückschauen: am letzten Februarwochenende 2002 kam ich nach Heimenkirch. Abends, bei meiner Ankunft, begann ich damit, mir den Weg zum Eingang unseres Gemeindehauses im Dürrachweg 5 freizuschaufeln. Es hatte noch einmal ordentlich geschneit.
Vielleicht ist das Wegbahnen, Pfadfinden und Brückenschlagen insgesamt ein treffendes Bild für die Aufgabe evangelischer Christen zwischen Opfenbach und Maierhöfen. Pfadfinder und Wegbauer waren sie seit dem 16. Jh. und auf ganz neue Weise seit dem 19./20. Jh. Sie kamen neu an und ließen sich nieder, als Eisenbahnbauer, Hutfabrikanten, Flüchtlinge, Käsehersteller, Aussiedler, Häuslebauer, Ruheständler… Wenn man an einem Ort neu ist, dann muss man sich erst einmal orientieren, erst einmal die Wege erkunden, altes heimisch machen und neues wagen.
Was für jeden Neuankömmling gilt, gilt auch für unsere Kirchengemeinde in den Ortschaften. Die Pfade sind noch nicht breit ausgetreten, erst recht nicht fest betoniert. Es sind eher beschauliche Wanderwege, die sich durch das Gemeindegebiet ziehen und ein Netz ergeben. 
Gott sei Dank musste ich so wenig wie meine Vorgänger das Wegnetz unserer Gemeinde erfinden. Der Grund ist bereits gelegt, wie der Apostel Paulus sagt. Jesus Christus ist Grundlage und Ziel des Weges. Und er geht mit.
Auch das Wegnetz unserer Gemeinde existiert bereits lange. Es funktioniert trotz der großen Distanzen, mancher Unübersichtlichkeit, mancher nötigen Improvisation erstaunlich gut. Generationen haben daran mitgearbeitet. Sie haben dem Christ- und Kirchesein zwischen Opfenbach und Maierhöfen, Hergatz und Schüttentobel konkrete Gestalt gegeben. 
5 ½ Jahre bin ich auf dem Wegnetz unserer Gemeinde mitgewandert. Bei Taufen, Trauungen, Konfirmationen, Beerdigungen, Besuchen habe ich viele Menschen kennen gelernt. Wir sind ein Stück Weg gemeinsam gegangen.
Besonders gerne blicke ich auf weitere Wegstationen festlicher Art zurück. Auf viele schöne Gottesdienste, die wir zwischen Opfenbach und Maierhöfen gefeiert haben. Da war Jesus Christus mitten unter uns in seinem Wort und Sakrament:  Mini- und Familien-, Schul- und Heim-, Fest- und Einweihungs-, Kapellen- und Freiluftgottesdienste.   
Auch im Alltag gab es zahlreiche gemeinsame Wegstrecken: gute Gespräche und Gemeinschaft, Musik und Spiel, gemeinsame Verantwortung und Einsatz bei Gesprächs-, Bibel- und Hauskreisen, Ausflügen, im Unterricht, im Sprengelausschuss, auf Freizeiten, bei Vorbereitungs- und Planungstreffen.
Ich bin sehr dankbar für die Begegnung mit Menschen, die sich mit besonders viel Zeit, Energie, Gedanken, Herzblut eingebracht haben. Das hat den gemeinsamen Weg oftmals besonders reich, intensiv und schön gemacht. So hat sich z.B. manches ereignet in der Kinder- und Jugendarbeit, gelang mancher Gesprächskreis und manche Veranstaltung, konnte das Gemeindehaus im Dürrachweg renoviert werden...
Ein Traum für die Ortschaften unserer Kirchengemeinde ist seit geraumer Zeit in meinem Kopf. Er ist unerfüllt, wird es wohl auch noch länger bleiben, aber ich möchte ihn Ihnen nicht vorenthalten. Das Wesentliche an unserer Kirchengemeinde ist nicht sichtbar. Es ist das, was Gott an jedem von uns und an unserer Kirchengemeinde tut. Und doch braucht unser Glaube manchmal sichtbare Wegstationen, in die wir gemeinsam einkehren können. Dank der Gastfreundschaft der katholischen Pfarreiengemeinschaften, der Pflegeheime und der Kapellenvereine fällt es oft nicht auf, dass wir in den Ortschaften keinen eigenen Kirchenraum haben. Trotzdem: so wie Jesus Christus auf seiner Wanderschaft haben wir keinen Ort, wo wir einkehren, ausruhen und unser Haupt hinlegen könnten.
Mein Traum ist, dass irgendwann auch irgendwo zwischen Opfenbach und Maierhöfen eine evangelische Kapelle oder Kirche stehen wird. Ein weiterer Schritt auf dem Weg dahin ist gemacht, indem das Pfarrvikariat bei Neubesetzung zu einer festen 2. Pfarrstelle umgewandelt wird. Besondere Hoffnung, dass dieser Traum vielleicht einmal in Erfüllung geht, aber macht mir die Verbundenheit vieler Menschen mit ihrer Gemeinde. Eine Jugendliche sagte mir kürzlich: „Ich weiß, was ich mache, wenn ich im Lotto gewinne. Ich gebe Geld für eine evangelische Kirche in Heimenkirch.“ Schön, dass es diese Verbundenheit gibt. Nicht nur einmal, sondern mehrfach, das weiß ich aus Erfahrung. 
So bleibt mir zu sagen: Bleiben Sie Ihrer Kirchengemeinde weiterhin treu und verbunden! Gott befohlen und auf ein Wiedersehen, Ihr Dominik Bohne
 
Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Bohne: am 29. Juli 2007, um 10 Uhr im Pfarrheim in Heimenkirch (Kolpingstr. 8).
Einführungsgottesdienst: am 2. September 2007, um 9.30 Uhr in der Matthäuskirche Gestungshausen. 
diebruecke am 1.6.07 09:52


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